Übernachten wie bei einem Freund im Ace Hotel New York (Evergreen)

Die Auswahl an Übernachtungsmöglichkeiten in New York und insbesondere Manhattan ist fast unüberschaubar. Zufällig stieß ich bei meinen Reisevorbereitungen auf das Ace Hotel, ein Boutiquehotel, das in mehreren amerikanischen Großstädten präsent ist. Relativ schnell entschied ich mich, dort ein Zimmer zu buchen und erlebte neben einem interessanten New York Aufenthalt noch ein im Hotelbereich sehr differenzierendes Markenkonzept.

Denn in der „Survivor’s Guide“ getauften Hotelbroschüre setzen sich die Betreiber zum Ziel, dem Gast ein Hotel zu bieten, in dem man sich fühlt, als wenn man in der jeweiligen Großstadt eine(n) Freund/ Freundin hat, wo man übernachtet.

Der erste Eindruck ist ein sehr durchgestylter. Die Lobby – wie auch das gesamte Hotel – zeichnet sich durch dunkle Farbtöne und schummeriges Licht aus. Sicherlich nicht jedermanns Sache. Auf dem Zimmer angekommen, wird einem der individuelle Ansatz des Hotels schnell bewusst. In der Ecke steht eine Akustikgitarre, auf dem Schreibtisch ein Plattenspieler samt einigen ausgesuchten Vinylscheiben. Keine Deko, sondern Ausstattung – allerdings hörte ich aus den Zimmern keine Gitarrenklänge, mangels Beherrschung des Instruments strich ich bei der Ankunft auch nur einmal kurz über die Saiten. Bei der Ausstattung des geräumigen Zimmers fehlte andererseits ein Schrank. Auf der Garderobe und der etwas ausgefallenen Regalkonstruktion konnte man aber doch den Kofferinhalt verstauen.

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 Über einen dunklen Flur…

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 … ins Zimmer mit Gitarre und Plattenspieler

Es ist letztlich der Kommunikationsstil und das Personal, wodurch sich das Ace am meisten von klassischen Hotels unterscheidet. Überall findet man kleine, nette Botschaften, wie z. B. im Aufzug oder auf den Kleiderbügeln. Sogar auf dem Kärtchen für den W-LAN Zugangscode findet sich eine Botschaft: Scant man den QR-Code auf der Rückseite, erhält man das Motto des Hotels: „Everything is going to be alright“. Das Personal besteht ausnahmslos aus Menschen im oder höchstens kurz nach dem Studienalter. Auf den ersten Blick sind einige schwer als Servicekräfte zu erkennen, klassische Hotel-Uniformen sucht man hier vergebens. Der Freundlichkeit, Aufmerksamkeit und Professionalität tut das aber keinen Abbruch.

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Kommunikation im Fahrstuhl…

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… und auf dem Kleiderbügel

Die quasi gezwungen ungezwungene Atmosphäre des Hotels kommt anscheinend auch bei den New Yorkern an. Die Lobby des Hotels ist tagsüber gut besetzt mit (augenscheinlich) Freelancern, die mit obligatorischem Apple-Rechner das kostenfreie W-LAN nutzen und sich bei dem zum Hotel gehörenden – und sehr beliebten – Coffeeshop mit Getränken versorgen. Abends wird es noch voller in der Lobby, wenn man sich zu DJ-Sounds oder Livemusik auf einen Cocktail trifft.

Mir hat der Aufenthalt im Ace Hotel gut gefallen. Denn neben dem ganzen Drumherum und der besonderen Atmosphäre erfüllt es auch die Kernanforderung an ein gehobenes Hotel – es ist eine komfortable Übernachtungsmöglichkeit mit aufmerksamem Service.

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