Markenbildung in Krisenzeiten

​​Wir haben euch ​einige Beispiele von Aktivitäten aus den letzten Tagen zusammengestellt, die Unternehmen zur Milderung der Auswirkungen der Corona-Krise oder als praktische Soforthilfe ins Leben gerufen haben.

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Unabhängig davon, in welcher Form sich Unternehmen engagieren: Allen Aktionen ist gemeinsam, dass Marken nicht nur faktisch einen Beitrag zum Gemeinwohl leisten können, sondern durch ihre demonstrierte Haltung für Konsumenten und für die Gesellschaft ein verlässlicher Anker in unsicheren Zeiten sein können. Ganz automatisch bauen Unternehmen damit auch Markenkaptital für die Zeit nach Corona auf.

Hinweis: Alle Marken- bzw. Unternehmensnamen sind klickbare Links für mehr Informationen.

Unterstützung medizinischer Infrastruktur

​Leider hat es sich gezeigt, dass auch überall in Europa ​die kritische Infrastruktur für die Behandlung ​sowie die Verlangsamung der Ausbreitung des Corona-Virus nicht ausreichend Ressourcen zur Verfügung hat. Eine Reihe von Unternehmen und Marken stellt ihre Produktionskompetenzen und -kapazitäten zur Verfügung, um hier Abhilfe zu schaffen.

Mey, Rösch, Trigema, Zettl Automotive

​Diese ​Unternehmen, die entsprechende Nähkompetenz besitzen, haben einen Teil ihrer Produktion auf die Herstellung textiler Schutzmasken umgestellt. Die Produkte werden ​so gut wie ausschließlich ​an Kliniken und medizinische Betriebe ​geliefert. Die Masken werden meist aus Baumwollstoffen gefertigt, sind bei 90 Grad waschbar und somit wiederverwendbar.

Prada

​Aufgrund von Nachfragen aus der stark betroffenen Region Toskana hat Prada vergangene Woche mit der Herstellung von 80.000 textilen Schutzanzügen sowie 110.000 Schutzmasken begonnen. Diese sind für die Mitarbeiter medizinischer Einrichtungen bestimmt.

Zara/ Inditex

​Der spanische Modekonzern stellt einen Teil seiner Produktion um, um Schutzmasken für Erkrankte und medizinisches Personal herzustellen, die gespendet werden sollen. ​Außerdem stellt ​​das Unternehmen ​in Spanien sein logistisches Netzwerk für den Transport von Medizingütern von Asien nach Europa und innerhalb von Spanien zur Verfügung.

Jägermeister, ​BASF, Klosterfrau, Remmers

​Marken und Unternehmen (wie u.a. die genannten), ​in deren Wertschöpfungskette ​entsprechende Chemikalien eine Rolle spielen, unterstützen bei der Herstellung von Desinfektionsmitteln. Versorgt werden damit in erster Linie medizinische Einrichtungen in der Region, in denen die Unternehmen ansässig sind.

BZT Sondermaschinenbau

​Die Braunschweiger Zuführtechnik GmbH stellt normalerweise Schutzwände für die roboterbasierte Produktion her, die die Belegschaften vor den Robotern schützen. Jetzt produziert die Firma "Tröpfchenschutzwände" aus Plexiglas. Die Schutzwände werden für Arztpraxen, Apotheken und Notaufnahmen angefertigt.

​Solidarität für Mitarbeiter und andere Unternehmen

​Unternehmen sind durch die Einschränkungen des öffentlichen und wirtschaftlichen Lebens ​unterschiedlich stark betroffen. Die folgenden Beispiele zeigen, wie Marken damit solidarisch umgehen, um Unternehmern und Mitarbeitern zu helfen.

​McDonald's und Aldi

​McDonald’s Deutschland und Aldi bilden eine Personalpartnerschaft. Die McDonald's-Restaurants brauchen durch das eingeschränkte Geschäft weniger Mitarbeiter. Bei Aldi fehlt durch die massiv gestiegene Nachfrage nach Lebensmitteln Personal. Durch ​die Partnerschaft können nun die von den Restaurant-Schließungen betroffenen McDonald's Mitarbeiter stattdessen bei Aldi arbeiten.

Händler helfen Händlern

​Die Händler Rose Bikes und BabyOne starten die Vernetzungsplattform "Händler helfen Händler". Hier können Firmen kostenlose Tools, Software oder Beratungsleistungen austauschen. Ziel ist es, Informationen rund um Hilfsprogramme und -fonds von Land, Bund, EU, Banken, KFW oder sonstigen Einrichtungen zu teilen und sich über mögliche Maßnahmen, wie z.B. Liquiditätsprogramme oder Steuererleichterungen auszutauschen. Impulse für neue Businessmodelle sollen gesammelt werden, die die Zukunft der Unternehmen sichern sollen.

Flyla

​Eigentlich ist Flyla ein Flugportal, das ausschließlich klimakompensierte Flüge anbietet. Die Gründer des Unternehmens, Fabian Höhne und Frederic Lapatschek, haben sich aufgrund der aktuellen Lage dazu entschlossen „Clever Ackern“ zu gründen. Dies ist ein Portal, das Jobsuchende und Bauern zusammenbringt, um sie bei der Ernte zu unterstützen.

​Soziale Interaktion

​Die Maßnahmen zur sozialen Distanzierung schränken menschliche Nähe und persönlichen Austausch massiv ein. Die folgenden Marken haben Aktionen und Angebote gestartet, die sich mit diesen Bedürfnissen auseinandersetzen.

Telekom

​Für die unmittelbare Zeit der Corona-bedingten Einschränkungen hat die Telekom verschiedene Angebote für seine Kundengruppen gestaltet. Privatkunden bekommen z. B. 10 GB mobiles Datenvolumen pro Monat kostenlos, Geschäftskunden und Bildungsinstitutionen Software und Videokonferenz-Services ​für 3 Monate kostenlos.

Brewdog

​Die britische Craftbier-Marke, die auch international zahlreiche Bar-Locations betreibt, arbeitet daran, ihre Bars virtuell nachzubilden. So will man den lokalen Gästen weiterhin die Gelegenheit geben, mit Biertastings, Livemusik, Comedy und Pub Quizzes gemeinsam die Zeit zu vertreiben.

Shein

​Ein für europäische Verhältnisse etwas ungewöhnliches Angebot macht der chinesische Online-Mode-Discounter. Solange der Vorrat reicht, kann man pro Bestellung zum Preis von 2 Euro 10 Gesichtsmasken dazu bestellen. Das präventive Tragen solcher Masken ist im asiatischen Kulturraum aus Rücksichtnahme weit verbreitet​ und ist nun auch hierzulande im Kommen. Darüberhinaus will das Unternehmen Schutzmasken in großer Zahl an Logistik-Dienstleister in Europe spenden.

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